Was in den Auswertungen steht
Die ukrainische Rakete FP-5 «Flamingo» hat nach einer Auswertung des Fachmediums Oboronka bislang nur wenige bestätigte Treffer erzielt. Grundlage sind Angaben von OSINT-Analysten, die offen zugängliches Bild- und Videomaterial ausgewertet haben.
Demnach sind aus offenen Quellen sechs verifizierte Angriffe mit FP-5 «Flamingo» bekannt. Auf Video erfasst wurden insgesamt 23 gestartete Raketen. Nach Einschätzung der Analysten erreichten sechs davon ihr Zielgebiet, in zwei Fällen trafen sie demnach das vorgesehene Objekt. Ein weiterer möglicher Treffer bleibt umstritten.
Genannte Einsätze
Als erster bestätigter Einsatz gilt ein Angriff vom 31. August 2025 auf eine Basis des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB in Armjansk auf der Krim. Von mindestens drei Raketen soll eine bis zum Objekt gelangt sein, das Ziel aber verfehlt haben und ins Wasser neben der Basis gefallen sein.
Der erste dokumentierte Treffer wurde demnach am 12. Februar dieses Jahres auf ein Arsenal der russischen Raketen- und Artillerieverwaltung GRAU in Kotluban gemeldet. Das Ziel lag laut Bericht mehr als 500 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Von sechs gestarteten Raketen erreichte demnach eine das Ziel und traf einen Bunker mit einer Fläche von 1200 Quadratmetern. Danach sei es zu einer Detonation von Munition gekommen, das Gebäude sei zerstört worden.
Als erfolgreichster Schlag wird ein Angriff auf das Werk in Wotkinsk bezeichnet, wo ballistische Raketen und Antriebe für «Iskander»-Systeme produziert werden. Eine von drei Raketen soll dort Werkhalle Nummer 22 getroffen haben.
Bei weiteren genannten Angriffen auf ein Heizkraftwerk in Orjol, den Testplatz Kapustin Jar und das Werk «Promsintez» in Tschapajewsk seien die Raketen entweder abgefangen worden oder neben den Zielen niedergegangen.
Einordnung des Fachmediums
Oboronka kommt zum Schluss, dass die FP-5 «Flamingo» derzeit eher den Charakter einer experimentellen Waffe als eines verlässlich einsetzbaren Präzisionsmittels habe. Das Medium verweist zudem darauf, dass Probleme mit der Zielgenauigkeit auch bei Fire Point selbst thematisiert worden seien.
Im Bericht wird ausserdem auf frühere Aussagen von Kyrylo Budanow verwiesen. Er leitet den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR. Budanow hatte erklärt, die Ukraine habe Produktionskapazitäten für Lenksysteme verloren.
Was offen bleibt
Der Bericht stützt sich auf dokumentierte Fälle aus offenen Quellen. Er bildet damit jene Einsätze ab, die öffentlich sichtbar geworden sind, nicht zwingend das vollständige Einsatzbild der Waffe.



