Angriffe in mehreren Teilen des Landes
Russische Angriffe haben am 5. Mai mehrere Regionen der Ukraine getroffen. Gemeldet wurden unter anderem Einschläge im Gebiet Kiew, im Gebiet Poltawa, in Odessa, Tschernihiw, Saporischschja und Kramatorsk im Gebiet Donezk.
Im Gebiet Kiew trafen Drohnen nach Angaben der regionalen Behörden ein Unternehmen im Rajon Wyschhorod. Dabei brach ein grösseres Feuer aus, eine Person wurde verletzt. Unter Brovary wurden zudem zwei weitere Verletzte nach dem Absturz einer Drohne gemeldet.
In Tschernihiw wurde im Stadtzentrum bei einem Drohnenangriff ein Verwaltungsgebäude beschädigt, ebenso Fahrzeuge. Für Odessa wurden am Morgen Explosionen und später ein Brand nach einem Drohnenangriff gemeldet. Berichte über Einschläge im Hafengebiet standen zunächst im Raum.
Poltawa: tödlicher Angriff auf Gasförderobjekt
Besonders schwer waren die Folgen im Gebiet Poltawa. Dort wurden in der Nacht ein Industrieunternehmen sowie nach Angaben der Behörden auch Objekte der Gasförderung angegriffen. Die regionale Militärverwaltung meldete Schäden an der Eisenbahninfrastruktur, 3480 Anschlüsse seien zeitweise ohne Gasversorgung geblieben.
Im Verlauf des Tages wurde die Zahl der Todesopfer nach oben korrigiert. Nach Angaben von Naftogas starben drei Mitarbeitende des Unternehmens sowie zwei Einsatzkräfte des Zivilschutzes. Das Innenministerium teilte mit, dass Rettungskräfte der ukrainischen Katastrophenschutzbehörde DSNS nach dem ersten Einschlag zum Löschen eines Brandes ausgerückt seien, als ein weiterer Angriff erfolgte.
23 Rettungskräfte wurden demnach verletzt, drei von ihnen schwer. Insgesamt wurden zunächst 31 Verletzte verschiedener Schweregrade gemeldet.
Auch Bahn und Energieinfrastruktur betroffen
Vizepremier Oleksij Kuleba berichtete zudem von Angriffen auf die Eisenbahninfrastruktur in mehreren Regionen. Im Gebiet Charkiw zerstörte eine Drohne demnach einen Waggon. Im Gebiet Poltawa schlug ein unbemanntes Fluggerät zwischen Gleisen neben einer Lokomotive ein; ein Waggon wurde beschädigt, zudem brach ein Feuer aus. Ein weiterer Angriff traf eine Station im Gebiet Dnipropetrowsk, wo eine Elektrolokomotive beschädigt wurde.
Die ukrainischen Luftstreitkräfte meldeten für die Nacht 11 von Russland gestartete ballistische Raketen und 164 Drohnen. Eine ballistische Rakete und 149 Drohnen seien abgefangen worden. Zugleich wurden Einschläge von acht ballistischen Raketen und 14 Angriffsdrohnen an 14 Orten registriert. Trümmer abgeschossener Flugkörper fielen laut den Luftstreitkräften an zehn weiteren Orten nieder. Zwei ballistische Raketen hätten ihre Ziele nicht erreicht; die Angaben würden noch präzisiert.
Tote in Saporischschja und Kramatorsk
Am Nachmittag wurden weitere schwere Angriffe aus dem Südosten und Osten des Landes gemeldet. In Saporischschja trafen gelenkte Fliegerbomben nach Angaben der regionalen Militärverwaltung mehrere Unternehmen. Zunächst war von einem Toten und sechs Verletzten die Rede, später stieg die Zahl auf zwei Tote und schliesslich auf neun Todesopfer. Die DSNS teilte mit, eine aus den Trümmern gerettete verletzte Person sei im Spital gestorben.
In Kramatorsk wurden nach Angriffen mit drei Fliegerbomben zunächst drei Tote und fünf Verletzte gemeldet, wie der Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Donezk, Wadym Filaschkin, erklärte. Später nannte Präsident Wolodymyr Selenskyj fünf Tote und fünf Verletzte.



